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Angehörigenbetreuung

Der Beistand für Angehörige von Organspendern ist ein zentrales Anliegen der DSO, das nicht nach der Organspende endet.

Allen Krankenhäusern bietet die Koordinierungsstelle Unterstützung bei der Angehörigenbetreuung an. Dies beinhaltet in der Akutsituation idealerweise das gemeinsame  Angehörigengespräch mit behandelndem Arzt und DSO-Koordinator und im Folgenden die Betreuung auf der Station. Im Anschluss an die Organspende werden die Angehörigen auf Wunsch über die Transplantationsergebnisse in einem Brief informiert. Auch nach einer Spende können sich Angehörige mit ihren Fragen immer wieder an die DSO wenden. Viele von ihnen nutzen zudem das Angebot der sogenannten Angehörigentreffen, bei denen Familien von Organspendern unter psychologischer Begleitung eine Austauschmöglichkeit finden.

Gespräch mit den Angehörigen
Voraussetzung für eine Organspende ist neben dem zweifelsfrei festgestellten irreversiblen Hirnfunktionsausfall auch die Zustimmung des Verstorbenen. Vor einer möglichen Organspende werden in jedem Fall Gespräche mit den Angehörigen geführt, auch wenn eine Zustimmung vorliegt. Da bislang nur relativ wenige Menschen zu Lebzeiten eine schriftlich dokumentierte Entscheidung zur Organspende getroffen haben, werden in neun von zehn Fällen jedoch die Angehörigen um eine Entscheidung nach dem mündlichen oder dem mutmaßlichen Willen des Verstorbenen gebeten. Ziel des Angehörigengesprächs ist es dann, die Familie bei der Entscheidungsfindung zu begleiten und eine stabile Entscheidung im Sinne des Verstorbenen zu finden. Im Idealfall sollte das Gespräch vom behandelnden Arzt zusammen mit einem Koordinator der DSO geführt werden. Denn die DSO-Koordinatoren können den Familienmitgliedern ausführlich und ohne Zeitdruck zur Verfügung stehen und umfassende Informationen zu den Themen Organspende und Transplantation geben. Um die Koordinatoren sowie Ärzte auf diese emotional belastende Situation vorzubereiten, schult die DSO in Zusammenarbeit mit einer Psychologin ihre Koordinatoren zum Thema „Entscheidungsbegleitung für Angehörige (EfA)“ seit 2008 und bietet seit 2010 auch bundesweit Krankenhäusern Workshops zu diesem Thema an.

Angehörigenbefragung
Wie wichtig eine umfassende Begleitung der Hinterbliebenen ist, zeigt eine Angehörigenbefragung der DSO-Region Mitte von 2004 bis 2017. Sie beleuchtet die Situation und Bedürfnisse der Spenderfamilien während der Akutsituation und im Nachhinein. Die Umfrage brachte durchweg positive Ergebnisse: Über 90 Prozent würden wieder so entscheiden und ein Drittel gab sogar an, dass die Organspende eine Hilfe war, den Verlust eines geliebten Menschen zu verkraften.

Angehörigentreffen
Schon früh hat die DSO erkannt, dass sich viele Angehörige eine weitere Betreuung und den Austausch mit anderen Betroffenen wünschen. Da die bestehenden Selbsthilfegruppen für Transplantierte oder Wartelistepatienten diese Lücke nicht schließen können, bieten die Regionen Nord, Mitte, Ost, Bayern und Baden-Württemberg Angehörigentreffen, teilweise auch mit der Ausrichtung auf Eltern von kindlichen Organspendern an. In der DSO-Region Ost entstand der Verein zur Förderung der Organspende e. V. Nicht zuletzt setzt sich die DSO für eine höhere gesellschaftliche Anerkennung von Organspendern und ihren Familien ein. Die Koordinierungsstelle dankt im Rahmen vieler Veranstaltungen den Organspendern und ihren Angehörigen und würdigt ihre Entscheidung.

Termine von Angehörigentreffen und Veranstaltungen zur Ehrung von Organspendern finden Sie in unserem Veranstaltungskalender.